Intelligenzquotient

Der Intelligenzquotient, auch als IQ abgekürzt, bezeichnet das Maß zur Bewertung der intellektuellen Leistungsfähigkeit eines Menschen. Mit Hilfe eines Intelligenztests kann der Intelligenzquotient jedes Einzelnen bestimmt werden – die Intelligenz wird hierbei an dem geschätzten IQ-Durchschnitt der Gesamtbevölkerung gemessen. Der Mittelwert bei einem Intelligenztest liegt etwa bei 100 Punkten (mit einer Abweichung von +/- 15 Punkten). Rund die Hälfte der Bevölkerung besitzt einen solch durchschnittlichen Intelligenzquotient – wer mit dem Ergebnis seines IQ-Tests über 110 IQ-Punkten liegt, gilt als intelligent – bei mehr als 120 Punkten spricht man von einem talentierten Menschen, bei über 130 von Hochbegabung. Der Intelligenzquotient ist jedoch nur bei etwa 1 Prozent der Gesamtbevölkerung so hoch.

Die Bezeichnung Intelligenzquotient wurde im Jahr 1912 von William Stern ins Leben gerufen. 1904 hatte der Forscher Alfred Binet einen ersten Intelligenztest entwickelt, um Einstuftungstests für Schulkinder zu optimieren und Intelligenz messbar zu machen. Der ursprünglich für Kinder entwickelte IQ-Test wurde später durch David Wechsler auch für Erwachsene konzipiert. Alfred Binet gab die intellektuelle Leistungsfähigkeit eines Einzelnen als so genanntes Intelligenzlebensalter an. William Stern war es, der schließlich dieses Intelligenzalter ins Verhältnis zum jeweiligen Lebensalter setzte und so den Intelligenzquotienten erfand.

Der Intelligenzquotient wird also bereits seit Beginn des 20. Jahrhunderts über Intelligenztests festgestellt. Ein Intelligenztest besteht aus verschiedenen Aufgaben aus verschiedenen Bereichen. So müssen beispielsweise logische oder mathematische Aufgaben gelöst werden (wie zum Beispiel Zahlenreihen ergänzen), aber auch Fragen aus dem Alltag, zum Wortschatz oder zur Aufnahmefähigkeit und zum Abstraktionsvermögen werden zur Intelligenzquotient Bestimmung herangezogen.

Der Intelligenztest wurde im Laufe der Jahre immer weiter entwickelt und optimiert. So wurde beispielsweise in den 50-er Jahren von John C. Raven ein kulturunabhängiger und sprachfreier Test zur Bestimmung des Intelligenzquotienten entwickelt, um eine Bevorteilung einer bestimmten Kultur ausschließen zu können.

Damit der Intelligenzquotient zuverlässig festgestellt werden kann, ist in der Regel bei IQ-Tests eine Zeitbegrenzung vorgegeben. Im klinischen Bereich kommt der so genannte IQ-Kurztest häufig zum Einsatz, da der klassische Intelligenztest über eine Dauer von rund 1-2 Stunden verfügt und für viele Patienten zu lange dauert. Gerade bei Alzheimer-Patienten ist die Feststellung des Intelligenzquotienten eine hilfreiche Maßnahme, um das Krankheitsstadium einschätzen und die Behandlung entsprechend abstimmen zu können.

Der Intelligenzquotient wird auch im Berufsleben gerne abgefragt, um beispielsweise Bewerber auf Herz und Nieren zu testen und zu sehen, ob sie sich für die entsprechende Stelle eignen. Der Intelligenzquotient sollte dabei aber nur als grobe Orientierung gelten. Denn die körperliche und psychische Verfassung der Testperson wirkt sich immer auf das Ergebnis des IQ-Tests aus, sodass der Intelligenzquotient durchaus auch schwanken kann.

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